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Die
Heimatvertriebenen - waren sie willkommen?
Autor: Reinhard Joksch
Die Zahl der deutschen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg ist
gewaltig: 14 Millionen Menschen verloren ihre Heimat und mussten
zwischen 1945 und 1950 Haus und Hof verlassen. Ohne diese Vertriebenen,
die völlig neu beginnen mussten, hätte es ein Wirtschaftswunder
in der Bundesrepublik nicht gegeben.
Sie waren ein entscheidender Faktor beim Aufbau der jungen Bundesrepublik
und wurden als Wähler umworben. In der sowjetischen Besatzungszone
und der DDR war das Schicksal der Vertriebenen weitgehend tabu.
Sie galten als Umsiedler, die in der neuen Heimat unter völlig
veränderten politischen Verhältnissen möglichst schnell
Fuß fassen mussten.
Allgemein gilt die Eingliederung der Vertriebenen als großer
Erfolg. Dies gründet vor allem auf der Tatsache, dass die ehemaligen
Ostpreußen, Pommern, Schlesier und Sudetendeutschen heute
scheinbar völlig integriert in Deutschland leben und Vertriebenenschicksale
in der gesellschaftlichen Diskussion lange Jahre keine Rolle spielten.
In der Öffentlichkeit sind allenfalls die vielerorts belächelten
landsmannschaftlichen Treffen oder die rückwärtsgewandten
Parolen von Vertriebenenfunktionären in Erinnerung. Dabei wird
oft vergessen, dass die Vertriebenen nicht nur das Schicksal der
Vertreibung, sondern oft auch die Ankunft in der neuen Heimat als
Trauma erlebten: Viele wurden gedemütigt und als Fremde ausgegrenzt.
In der sowjetischen Besatzungszone mussten sich die Umsiedler sogar
bis zur Selbstverleugnung anpassen.
Die Heimatvertriebenen nach 1945 – "Geheimnis Geschichte"
begibt sich auf die Spur eines lange tabuisierten Themas.
Erstausstrahlung: 10. Dezember 2008, ARD
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