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Der Papst und die Nazis - was wollte Pius XII.?


Autorin: Regina Hamborg
Produktionsleitung: Holger Koop
Producerin: Marlen Müssiggang
Produzent: Gunnar Dedio
Redaktion: Ulrich Brochhagen, Burkhard Kunst

Er zählt zu den umstrittensten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Pius XII. – Papst von 1939 bis 1958. Zum größten systematischen Massenmord in der Menschheitsgeschichte habe er geschwiegen, so der Vorwurf seiner schärfsten Kritiker. Er habe sich nicht energisch genug auf die Seite der verfolgten Juden gestellt, sagen Historiker. Andere wiederum verweisen auf die aktive Hilfe, die der Vatikan italienischen Juden zukommen ließ.

Neue Nahrung erhielt die Debatte durch Pläne des Vatikans, Pius selig zu sprechen. Jahrzehntelang wurden Zeugen befragt, Dokumente eingesehen, Argumente abgewogen. Nun fehlt nur noch eins: die Unterschrift von Papst Benedikt XVI. – einem Deutschen.

Wer war dieser Eugenio Pacelli, der in den 20er Jahren als Nuntius, als päpstlicher Botschafter in Deutschland lebte? Warum schloss er als Kardinalstaatssekretär einen Staatskirchenvertrag mit Hitler? Wie reagierte er auf den nationalsozialistischen Vernichtungskrieg? Was wusste er von der Flucht führender Nationalsozialisten mit Hilfe vatikanischer Stellen nach dem Krieg?

Neue Antworten finden sich in kürzlich freigegebenen vatikanischen Geheimakten. Sie erlauben neue Antworten zu dem Mann, der für die einen ein Held ist, für die anderen ein moralischer Versager. Muss die Geschichte über "den Papst, der schwieg" neu geschrieben werden? Nach der heftigen Kritik an Benedikt XVI. infolge der Wiederaufnahme eines Holocaust-Leugners in die Kirche besitzt diese Frage ganz besondere Brisanz.

Erstausstrahlung: 26. März 2009, ARD

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