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Tod im ewigen Eis - wie kam es zu Deutschlands größter Polarkatastrophe?


Produktionsleitung: Holger Koop
Producerin: Heidi Gruner
Produzent: Gunnar Dedio
Redaktion: Carola Meyer, Alexander von Sallwitz

Im Jahr 2009 feiern Reiseveranstalter und Polarforscher "100 Jahre Nordpol". Offiziell soll der Amerikaner Robert Edwyn Peary am 6. April 1909 den Pol erreicht haben. Doch das ist in der Fachwelt bis heute umstritten. Klar aber ist: Die Arktis ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein geostrategischer Zankapfel und eine der letzten großen Herausforderungen für Abenteurer und Entdecker. Auch das Deutsche Reich nahm einst am Rennen um die Vorherrschaft in der Arktis teil. Es ging – genau wie heute – um machtpolitische und wirtschaftliche Interessen.

Im Sommer 1912 bricht der junge deutsche Leutnant Herbert Schröder-Stranz von Spitzbergen aus auf, um die Nordostpassage, den Seeweg nach Asien, zu erkunden. Doch sein Schiff wird unerwartet vom Eis eingeschlossen. Schröder-Stranz will noch nicht aufgeben. Der Leutnant und drei seiner Männer lassen sich auf dem Packeis absetzen, um auf dem Landweg weiter zu marschieren. Der Rest der Mannschaft wartet zunächst darauf, dass das Eis das Schiff wieder freigibt – doch vergebens. Schließlich macht sich der Kapitän, Alfred Ritscher, allein auf den Weg durch die Polarnacht. 250 Kilometer will er zu Fuß bis zur nächsten Siedlung zurücklegen, um Hilfe zu holen – ein Kampf um Leben und Tod in klirrender Kälte.

Ritscher schafft das fast Unmögliche: Am 7. Januar 1913 setzt eine Funkstation auf Spitzbergen einen Hilferuf nach Deutschland ab. Mehrere Teams machen sich auf die Suche nach Leutnant Schröder-Stranz, um die Männer der größten Polarexpedition des Deutschen Reiches zu retten - und geraten selbst in Not. Erst im Sommer 1913 findet das Drama um die Deutsche Arktis-Expedition ein Ende. Die Bilanz ist bitter: Acht Menschen kamen ums Leben, ein Besatzungsmitglied wurde zum Invaliden. Vor kurzem sind lange verschollene Filmaufnahmen der abenteuerlichen Rettungsaktion wieder aufgetaucht. Sie dokumentieren auf einmalige Weise, wie hart und gefährlich die frühen Expeditionen ins ewige Eis waren.

"Geheimnis Geschichte" begleitet den renommierten Meeresforscher Hans Fricke aus Anlass des Polarjahres bei seiner Suche nach Spuren der Schröder-Stranz-Expedition. Auf drei Forschungsreisen nach Spitzbergen hat er unter Einsatz von Eisbrechern, Tauchbooten und Hubschraubern das Schicksal der Polarpioniere rekonstruiert.

Erstausstrahlung: 12. März 2009, ARD

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